
HISTORIE DER SENDEHALLE
Eine kurze historische Übersicht
Steckbriefartig geben wir Ihnen hier Einblicke in die Geschichte der heutigen SENDEHALLE. Bei einer Führung können Sie natürlich noch viel mehr erfahren!
Achtung: Symbole aus der NS-Zeit können in Fotos im historischen Kontext auftauchen.
Oktober 1934
Adolf Hitler spendet privat 50.000 Reichsmark – damit beginnen Neu-Planungen für eine Nietzsche-Gedächtnishalle unter Architekt Paul Schultze-Naumburg.
Planungen für ein Nietzsche-Monument aus den Jahren 1910-12 von Harry Graf Kessler und Henry van de Velde waren nicht zuletzt durch ein Zerwürfnis mit Elisabeth Förster-Nietzsche verworfen worden.
Juli 1937
Zeitgleich mit dem Baubeginn an der Nietzsche-Gedächtnishalle kommt der erste Transport mit Häftlingen im Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg an.
August 1938
Richtfest Nietzsche-Gedächtnishalle. Durch materielle und finanzielle Engpässe wird das Gebäude erst 1940 fertiggestellt. Die Gedächtnishalle sollte nie durch die Nationalsozialisten geweiht werden.
1944–1945
Das unfertige Gebäude wird als Hauptverbandsplatz für den Luftschutz umfunktioniert. Außerdem werden Möbel ausgebombter Bürger und Originalmöbel aus dem Schillerhaus sowie das Musikarchiv des Reichssenders Breslau eingelagert.
Juni 1947
Zum ersten Mal wird von hier aus live Radio gesendet. Nach Leerstand der Nietzsche-Halle hatte die Thüringische Landesverwaltung dem Landessender Weimar das Gebäude zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Mal eine Umnutzung. DEFA-Synchronisationsstudios kommen hinzu und ein akustisch ausgeklügelter Sendesaal, der heute noch komplett erhalten ist.
August 1989
Die politische Wende in der DDR wird auch zum Wendepunkt im Sendehaus: Mehrheitlich entscheiden die Redakteure des staatlichen Rundfunks, dass – entgegen der Direktive aus Berlin – von hier aus über die politischen Veränderungen in der DDR berichtet wird. Der Programmkonferenzsaal heißt bis heute das NEUE FORUM.
Januar 1992
Der neu gegründete Mitteldeutsche Rundfunk übernimmt den Gebäudekomplex als Landesfunkhaus und sendet bis 2000 täglich aus Weimar.
2006
Das Gebäude wird an einen in Moskau lebenden Oligarchen verkauft. Es gibt in den folgenden Jahren einige illegale, einige geduldete und wenige öffentliche Veranstaltungen. Das Gebäude verkommt, verfällt aber nicht.
November 2024
Die Stiftung Sendehalle erwirbt das Gebäude in einer Zwangsversteigerung für eine Million Euro.
Sommer 2025
Die SENDEHALLE ist offizieller Veranstaltungsort! Bis zum Jahresende werden bereits 12.000 Gäste durch den Gebäudekomplex geführt und 2.500 Schülerinnen und Schüler nehmen an diversen Bildungsformaten im Haus teil.


















































